Weinproben zu Hause: So gelingt das Tasting im eigenen Wohnzimmer

Weinproben zu Hause: So gelingt das Tasting im eigenen Wohnzimmer

Wer heute an einer Weinprobe teilnehmen möchte, muss nicht mehr zwangsläufig ein Weingut oder einen Fachhändler besuchen. Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, die Tastings in den eigenen vier Wänden abzuhalten. Immerhin bietet eine Weinprobe zu Hause die Chance, die verschiedenen Optionen in einer entspannten und familiären Atmosphäre zu entdecken und (mit ein wenig Glück) zusammen mit seinen Lieben einen neuen Favoriten zu finden.

Hier kommen Geschmack, Wissen und Geselligkeit zusammen. Gleichzeitig bieten die privaten Tastings die Chance, jede Probe so individuell wie möglich zu gestalten. Mit einem klaren Konzept, den passenden Weinen und einer angenehmen Stimmung wird das Wohnzimmer dann zum kleinen Degustationsraum.

Worauf sollte man bei der Vorbereitung und bei der Auswahl der Weine achten?

Im Idealfall unterliegt jede Weinprobe einem bestimmten Thema. Dieses kann sich zum Beispiel an einer bestimmten Rebsorte, an einem Herkunftsland oder an einem Jahrgang orientieren. Wer möchte, kann auch zwischen biologisch und konventionell angebauten Varianten unterscheiden. Wichtig ist es in jedem Fall, die Anzahl der zu servierenden Weine überschaubar zu halten. Fünf bis sieben Proben gelten als passend. Auf diese Weise kann eine geschmackliche Überforderung meist gut vermieden werden. In Bezug auf die Reihenfolge ist es sinnvoll, zunächst zu leichten, frischen Weißweinen zu greifen und erst dann zu den kräftigeren Rotweinen überzugehen. Zum Neutralisieren zwischendurch empfehlen sich stilles Wasser und ein weitestgehend „neutral“ schmeckendes Brot.

Auf der Suche nach der passenden Auswahl lohnt es sich, sich im Internet umzuschauen. So ist es, zum Beispiel über Rindchens Weinkontor Gutscheine, möglich, sich eine spannende Auswahl zusammenzustellen.

Zu guter Letzt gilt es, auf die richtige Temperatur zu achten. Damit sich die Frische eines Weißweins entfalten kann, braucht es in der Regel zwischen 8°C und 12°C. Die Idealtemperatur für Rotweine liegt hingegen zwischen 14°C und 18°C. Als Grundregel gilt: Zu kalte Weine verlieren an Aroma, zu warme Weine wirken oft alkoholischer als sie eigentlich sind.

Tipps rund um Atmosphäre und Ausstattung

Wie eine Weinprobe im Einzelnen wahrgenommen wird, wird vor allem vom vorherrschenden Ambiente beeinflusst. Wer sich auf die Aromen und den Geschmack fokussieren möchte, sollte darauf achten, dass die Atmosphäre nicht durch Essensgerüche, Duftkerzen oder Ähnliches beeinflusst wird. Gleichzeitig sorgt helles, neutrales Licht dafür, dass die Gäste die Farben der Weine im Glas besser beurteilen können.

Idealerweise sollten die Gastgeber zudem für jeden Wein ein separates Glas zur Verfügung stellen, damit die verschiedenen Geschmäcker nicht beeinflusst bzw. überlagert werden. Alternativ bietet es sich an, die Gläser zwischen den Proben mit Wasser auszuspülen.

Zusatztipp: Echte Weinkenner passen die Gläser an die verschiedenen Weinsorten an. Doch keine Sorge! In vielen Fällen sind Universalgläser für die Tastings ausreichend.

Den Wein mit allen Sinnen erleben: So geht’s!

Klassische Weinproben folgen einem festen Ablauf: Sehen, Riechen, Schmecken. Im ersten Schritt geht es darum, die Farbe zu betrachten. Ein junger Weißwein erscheint oft hellgelb oder leicht-grünlich. Die gereiften Varianten entwickeln eher intensivere Goldtöne. Ein violetter Schimmer bei Rotweinen deutet auf einen eher jüngeren Jahrgang hin. Geht das Ganze in Richtung „ziegelrot“, spricht vieles dafür, dass es sich um einen etwas reiferen Wein handelt.

Danach geht es darum, sich mit dem Bouquet auseinanderzusetzen. Leichtes Schwingen im Glas sorgt dafür, dass sich die Aromastoffe lösen. Nun fällt es meist noch ein wenig leichter, zum Beispiel fruchtige, florale oder würzige Noten wahrzunehmen.

Am Ende setzt sich der Gesamteindruck aus dem Zusammenspiel von Süße, Säure, Tanninen und Alkohol zusammen. Auch der „Abgang“, der Zeitraum, in dem der Geschmack nach dem Schlucken nachwirkt, ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal.

Sollte man bei einer Weinprobe auch Essen servieren?

Am Ende entscheidet das individuelle Konzept einer Weinprobe, ob diese mit Speisen kombiniert wird oder nicht. Wenn es sich zum Beispiel eher um ein puristisches Tasting handelt, steht der Wein im Fokus. Wer möchte, kann das Ganze allerdings um milde Käse-Häppchen, Oliven und Baguettes ergänzen. Ein besonders harmonischer Gesamteindruck entsteht vor allem dann, wenn Weine und Speisen aufeinander abgestimmt werden.

Leichte Weißweine passen besonders gut zu Meeresfrüchten oder frischen Salaten, kräftige Rotweine zu gereiftem Käse (vielleicht sogar in der veganen Variante) und dunklem Fleisch. Generell ist es wichtig, starke Gewürze oder sehr süße Speisen zu vermeiden, um die Wahrnehmung nicht zu verfälschen.

Viele Gäste interessieren sich nicht nur für den Wein, sondern auch für seine Geschichte

… und genau an dieser Stelle kommt die Moderation des Tastings ins Spiel. Ihre Aufgabe ist es, durch die Verkostung zu führen und Informationen zur Herkunft, der Rebsorte oder dem Weingut zu liefern. Dabei geht es unter anderem um das Vermitteln von Wissen, aber auch um spannende Anregungen für Gespräche.

Mithilfe einschlägiger W-Fragen, wie zum Beispiel „Welche Aromen sind wahrnehmbar?“ und „Wie verändert sich der Geschmack?“ ist es möglich, den Austausch zu fördern und eine angenehme Balance zwischen Balance, Information und Geschmack zu schaffen. Wichtig ist es, weder zu wenig noch zu viele Informationen zu liefern, um den Abend weder zu oberflächlich zu halten noch zu überladen.

Ein Blick auf die unterschiedlichen Varianten der Weinverkostung

Bei einer modernen Weinverkostung geht es nicht nur darum, Wein zu trinken. Genau das zeigt sich spätestens dann, wenn man sich mit den verschiedenen Arten der Verkostung auseinandersetzt.

Blindverkostungen sind unter anderem deswegen beliebt, weil die Etiketten, die auf die Herkunft und weitere Details hinweisen, bis zum Ende verborgen bleiben. Vertikale Proben, bei denen verschiedene Jahrgänge desselben Weins verköstigt werden, liefern interessante Infos zur Reife und Entwicklung.

Und wer noch einen Schritt weitergehen möchte, kann sich auch für eine digitale Verköstigung entscheiden. Hier besteht die Möglichkeit, sich mit den Winzern über Video-Konferenz auszutauschen und das heimische Tasting mit einer professionellen Expertise zu verbinden.

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